125 € für nachbarschaftliche Hilfe

Ich habe eine Nachbarin, der kürzlich der Pflegegrad 1 bewilligt wurde. Sie fragte mich, ob ich ihr im Alltag ab und zu helfen kann – beim Arztbesuch begleiten oder beim Einkaufen. Dafür gibt es 125 € monatlich. Ich weiß nicht, ob jede Krankenkasse das gleich regelt – bei der AOK beträgt der Stundensatz 10 – 15 €. Bei den ca. 9 Stunden im Monat kann auch gemeinsames Spielen dabei sein, und es geht keinesfalls um Pflege. Deshalb brauche ich auch keine Fortbildung machen und muss am Ende des Monats nur unterschreiben, wie viele Stunden ich ehrenamtlich geholfen habe. Die 125 € sind eine Aufwandsentschädigung und per Gesetz steuerfrei. Ich könnte sogar 2 Personen in dieser Weise helfen, erst ab 3 gilt es als gewerbliche Arbeit und ist nicht mehr steuerfrei.

Ich finde: das ist eine interessante Möglichkeit, die Rente aufzubessern. Deshalb möchte ich die Information hier gerne weitergeben.

Marion Schmid

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Kommentare

2 Replies to “125 € für nachbarschaftliche Hilfe”

  1. Dass es für mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten steuerfreie Aufwandsentschädigungen gibt, ist gar nicht so bekannt! Ich empfehle die Broschüre „Ehrenamt und Steuern“ des Landes NRW, zum Download unter http://www.engagiert-in-nrw.de zu finden. Dort sind die sog. Übungsleiterpauschale von 2.400 € und die Pauschale für weitere ehrenamtliche Tätigkeiten in Höhe von 720 € jährlich erklärt.
    Nach dem Deutschen Freiwilligensurvey 2014 erhalten 11,1% der ehrenamtlich tätigen Männer und 8,7% der Frauen Geldzahlungen für ihre Aktivitäten.

  2. Ich finde es paradox, dass diejenigen, die Geld fürs Ehrenamt bekommen, steuerlich begünstigt werden. Es wäre viel gerechter, das Geld auf diejenigen zu verteilen, die unentgeltlich und daher tatsächlich nur „für die Ehre“ tätig sind. Aber das wären dann ja so um die 90% und ist wohl zu teuer!
    Andererseits – wenn es schon mal so ist, dann sollten diese Ehrenamts-Jobs vorzugsweise denjenigen zugute kommen, die es wirklich nötig haben, ihre Rente aufzubessern (es macht für mich nicht so viel Sinn, wenn es der pensionierte Studienrat bekommt, dem es eh schon gut geht.)

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