Erfahrung mit dem Gesprächskreis in Dortmund-Marten

Als ich 2013 mit meiner Tochter ein Haus kaufte, musste ich feststellen, dass meine Rente knapp war. Ich fragte daraufhin bei Wolfgang Nötzold (den ich aus seiner ZWAR-Zeit kannte), ob er nicht einen Job für mich habe oder jemanden kenne, der etwas für mich tun könnte. Leider musste er das verneinen, sagte mir aber, dass es in Essen einen Gesprächskreis „Mäuse für Ältere“ gäbe. Ich bin dann 4 Jahre einmal im Monat nach Essen gefahren und habe im Gesprächskreis viel über Arbeiten nach der Rente gelernt. Es wurde mir immer klarer, dass solch eine Gesprächskreis in Dortmund auch Sinn machen würde. In meinem Bekanntenkreis gibt es einige Menschen, die auch nach Arbeit Ausschau halten. Gedacht, getan.

Ich habe bei der ZWAR-Zentralstelle Mitstreiter gefunden, die mir einen Raum zur Verfügung stellen. Im November 2018 habe ich die Werbetrommel gerührt und ein erstes Zusammentreffen organisiert, zu dem ich auch den Vorsitzenden des Seniorenbeirates eingeladen habe. Er war angetan von der Idee, obwohl das Augenmerk in Dortmund mehr auf Ehrenämtern liegt. Beim ersten Treffen kamen mehr als 20 Menschen. Beim zweiten Treffen Anfang Dezember haben die anwesenden Menschen ein monatliches Treffen für das Jahr 2019 ausgemacht. Jeden letzten Montag im Monat um 17 Uhr treffen sich Interessierte jetzt im ZWAR -Begegnungszentrum in Dortmund-Marten, Martener Str. 352. Inzwischen hat sich ein „harter Kern“ gebildet aus Frauen und Männern, die immer dabei sind. Wir reden über Stellenanzeigen, wie ich mich bewerbe usw.. Ansonsten wird über das frühere Arbeitsleben erzählt und was die Wünsche für das Arbeiten jetzt sind: Kann man das in unserem Alter noch verwirklichen?

Wenn ich Stellenanzeigen in der Zeitung oder im Internet finde, schicke ich sie über einer Mailliste an die MitstreiterInnen. Auch kündigen wir Informationen wie Radio- und Fernsehsendungen usw. wir über die Mailliste an.

Beim Treffen im Januar war eine Mitarbeiterin eines Taxiunternehmens anwesend und bot Stellen für FahrerInnen und Begleitpersonen an. Ein Beförderungsschein ist für diesen Job erforderlich, den einer der Männer jetzt machen will. Zwei Mitstreiterinnen haben schon einen Job gefunden: eine bei einer Rechtsanwältin und eine in der Seniorenbetreuung.

Ich kann nur jeden ermutigen, in ihrer/seiner Umgebung einen solchen Gesprächskreis zu etablieren. Es gibt überall Menschen, die den Gedanken „Mäuse für Ältere“ teilen. Ich selber hatte große Angst, diesen Gesprächskreis zu gründen, habe aber inzwischen festgestellt, das es nicht schwer ist. Die Treffen immer sehr kurzweilig und sollte von meiner Seite mal Leerlauf entstehen, weiß immer jemand etwas beizutragen. Die Menschen ermutigen mich, weiter zu machen. Das sind meine Erfahrungen mit den „Mäusen für Ältere“.

Meggi Leineweber

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